Profil
"Ich mag das Meer, das Gras, die Bäume, die Tiere, die lebendige und leblose Welt. Die Materie. Wäre ich ein bigotter Materialist? Nein, der Geist ist materienlos, aber die Materie ist die weltliche Kundgebung des Geistes.
Als Zahntechniker musste ich Metall gießen, aus Wachs, Gips und Porzellan Muster formen. Dieses enge Segment des Menschen hat mich jedoch nicht gefesselt. Ich studierte und unterrichtete Biologie und Kunst, streichte in der Welt herum, liebte die transparente, bunte Welt der kubanischen Meere, die spiralförmige Bewegung der Barrakudas, den end- und zeitlosen Raum der mongolischen Heiden, die chaotischen künstlerischen Wunder von Indonesien für mein Leben gern. Ich fuhr sehr gern zwischen den 5000 meter hohen Spitzen von Elbrus Ski, die auch Reinhold Meissner für die schönste natürliche Skipiste der Welt hielt. Es war ein Erlebnis, die freundlichen Inselbewohner von Vanuatu, Tonga, Tahiti, Bora Bora, ihre Lieder, ihr Kummer, ihren Glauben, ihre Ehrfurcht zu ihrer geliebten Insel kennen zu lernen, ihren maßlosen Appetit auf das "Schöne", Erotische, Wollüstige, Ausgiebige zu genießen. Ich tauchte in Meeren, Ozeanen unter, wo die in dem tropischen Sonnenlicht aufleuchtenden zitronengelben, stahlblauen, roten Fische, Korallen und Pflanzen mit einer nie erlebten Intensität schimmerten.
Die undurchdringlichen Regenwälder stellten mir alle Variationen des Grünen vor. Neuseeland ist die Insel des wirklichen Friedens. Ich liebe sie. Mein Heimweh treibt mich zwar nach Hause, zu Hause weiß ich jedoch nicht, welches mein Zuhause ist, ich sehne mich zurück. Ich reiste durch die ganze Welt, und ich weiß: sie ist klein und zerbrechlich! Das sehe ich aus der Höhe von 11 Tausend Metern, aber durch mein Mikroskop nehme ich die vergängliche Kavalkade ähnlicher Wunder wahr. Ich bin ein Erdbewohner. Ich auch, mit sämtlichen lebendigen und leblos erscheinenden, an Farben und Formen reichen Geschöpfen Gottes zusammen. Mit der vergehenden Zeit ist all das dem Untergang nahe, das empfinde ich während meiner Reisen. Ich will es vermeiden, dass meine Kinder, meine Studenten, die Entdecker der Zukunft diese Wunder nicht sehen können. Ich habe Fragmente aus der endlosen Welt mitgebracht, und überreiche sie herzlich dem Empfänger."
Mit diesen Worten spricht Igor Jenõ Prokop von sich selbst, von seiner Philosophie und von seinem Verhältnis zur Welt.